Tech 04.06.2019 - 09:20 Uhr

Chancen und Herausforderungen von Content Commerce - Teil 1

Teil 1: Was bietet Content Commerce aus der Sicht des Konsumenten?
5 Fragen an Arndt Kühne, Gründer und Geschäftsführer von Basilicom
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Content Commerce ist derzeit in aller Munde.  In Teil 1 der Mini-Serie zum Thema Content Commerce beleuchtet Arndt Kühne, CEO von Basilicom, welche Vorteile die Strategie dem Konsumenten bietet (wovon natürlich auch die Unternehmen profitieren).
 
Wenn du durch die Konsumentenbrille schaust – was bedeutet Content Commerce für den Kunden?
Content Commerce rückt ganz klar den Nutzer ins Zentrum der Experience: Der Konsument hat ein Bedürfnis oder ein Problem und sucht nach einer vollumfänglichen Beratung, die weit mehr ist als nur eine klassische Produktinformation. Es geht um eine einzige, nahtlose Customer Experience, um Storytelling und um erlebbare Markenwelten. Content Commerce bedeutet, dass für den User ein 360°-Shoppingerlebnis geschaffen wird, was ihm die Möglichkeit gibt, ohne Brüche zu shoppen.
 
Welche Brüche meinst du?
Früher gab es auf der einen Seite den Content, also hochwertige Inhalte, und auf der anderen Seite Commerce, also den Shop. Dazwischen existierte ein Bruch: Der User musste von der Content Plattform erst mal in den Shop wechseln oder vice versa. Dabei ging natürlich immer eine kritische Masse verloren. Heute kann Dank Content Commerce ohne Hindernisse eine emotionale Erlebniswelt aufgebaut werden, die Konsumenten zum Kauf nicht mehr verlassen müssen. Das wirkt sich natürlich positiv auf Kundenzufriedenheit und Verkaufszahlen aus.
 
Welche Chancen und Zukunftsentwicklungen siehst du für die Konsumentenseite?
Für den Endverbraucher bedeutet diese digitale Transformation, dass er (hoffentlich) die beste Antwort auf seine Frage bekommt und tatsächlich ohne Hindernisse in eine emotionale Erlebniswelt eintaucht, die er dann zum Kauf auch nicht mehr verlassen muss. Das wird zukünftig immer weitere und neue Kanäle umfassen und final konsequent personalisiert sein.

Stichwort Kanäle: Wird offline denn weiterhin ein für den Kunden relevanter Touchpoint sein?
Auf jeden Fall. Offline darf nicht als eigenständiger Kanal gesehen werden, da der Kunde ja so gesehen auch ein „Hybrid“ ist– er ist sowohl physisch als auch digital unterwegs. Die Offline-Welt muss deshalb in das gesamte digitale Ökosystem integriert werden. Digitale Technologien bieten enormes Potential, auch offline das Kundenerlebnis auszubauen: Zum Beispiel können intelligente Daten und maßgeschneiderte Inhalte Mitarbeitern am POS bereitgestellt werden, so dass sie auch im persönlichen Gespräch mit Kunden die beste Beratung bieten können. Und gleichzeitig bietet der POS oder POI enormes Potenzial, weil dort Produkte im wahrsten Sinne des Wortes „anfassbar“ sind.
 
Und wie spielt hier Personalisierung mit rein?
Durch die intelligente und sichere Verknüpfung von personenrelevanten Daten bietet sich dem Konsumenten relevante Einkaufserlebnisse. Relevant deshalb, weil der Content tatsächlich maßgeschneidert auf die persönlichen Fragen, Interessen und Bedürfnisse ist. Das ist natürlich ein enormer Benefit für den Kunden.
 
Arndt Kühne ist Gründer und Geschäftsführer der Berliner Digitalagentur Basilicom. Basilicom versteht sich als strategischer und technischer Partner für digitale Projekte. Das 50-köpfige Team kreiert nutzerzentrierte, digitale Lösungen für Kunden wie Deutsche Bahn, Krombacher und Fleurop. In seiner Position verantwortet er die Leitung des Unternehmens sowie die Geschäftsentwicklung und Zukunftsstrategie.
 
In Teil 2 geht es nun darum, welchen Herausforderungen und Chancen sich Unternehmen gegenübersehen.

Arndt Kühne
CEO bei Basilicom